Die Republik Burjatien ist ein Föderationssubjekt Russlands südlich und östlich des Baikalsees mit rund 351.300 Quadratkilometern Fläche. Zu ihr gehören das Süd-, Ost- und Nordufer, rund 60 Prozent der Uferlinie. Bei der Volkszählung 2021 hatte sie 978.588 Einwohner, fast die Hälfte davon in der Hauptstadt Ulan-Ude. Im Süden grenzt sie an die Mongolei.
Wo liegt Burjatien, und wie groß ist es?
Burjatien liegt im Süden Ostsibiriens, südlich und östlich des Baikalsees. Mit rund 351.300 Quadratkilometern ist die Republik etwa so groß wie Deutschland und nimmt gut zwei Prozent der Fläche Russlands ein. Sie reicht von 98° 40′ bis 116° 55′ östlicher Länge und von 49° 55′ nördlicher Breite am Fluss Tschikoi bis 57° 15′ im Norden. Nach Angaben der Republik sind es von Ulan-Ude 5.519 Bahnkilometer bis Moskau und rund 3.500 bis zum Pazifik.
Im Nordwesten und Norden grenzt Burjatien an die Oblast Irkutsk, zum Teil über die Wasserfläche des Sees hinweg, im Osten an die Region Transbaikalien und auf einem kurzen Abschnitt im äußersten Südwesten an die Republik Tuwa. Im Süden bildet die Grenze zur Mongolei die Staatsgrenze Russlands. Der See selbst ist zwischen den beiden Regionen aufgeteilt: Zu Burjatien gehören das Süd- und Ostufer mit dem Selenga-Delta, der Bargusin-Bucht und Swjatoi Nos sowie der ganze Norden, insgesamt rund 60 Prozent der Uferlinie. Was die Teilung für Eigentum, Verwaltung und Schutz des Sees bedeutet, erklärt die Seite Baikalsee und Russland.
Welche Landschaften prägen die Republik?
Burjatien ist ein Gebirgsland. Die Berge nehmen mehr als viermal so viel Fläche ein wie die Niederungen, und fast überall liegt das Land hoch: Der tiefste Punkt ist der Spiegel des Baikalsees, der höchste der vergletscherte Munku-Sardyk im Ostsajan mit 3.491 Metern. Die Bergketten verlaufen überwiegend von Südwesten nach Nordosten, entlang der großen Bruchlinien der Erdkruste, die auch den See geformt haben.
Am See reihen sich hohe Ketten mit breiten Becken dazwischen: der Chamar-Daban an der Südküste, der Ulan-Burgassy, die Bargusin-Kette am Ostufer mit hochalpinen Formen und weiter östlich die Ikat-Kette. Zwischen Bargusin- und Ikat-Kette liegt das Tal des Bargusin, durch das im Frühjahr und Herbst kalte Luft mit 25 bis 35 Metern pro Sekunde zum See strömt. Den Süden nimmt das Selenga-Mittelgebirge mit Höhen von 1.000 bis 1.500 Metern ein; es umfasst einen großen Teil des Einzugsgebiets der Selenga. Im Südwesten erhebt sich der Ostsajan mit Gipfeln über 2.500 Metern. Im Norden folgen die Ketten des Stanowoi-Hochlands und das Witim-Plateau.
Burjatien liegt im Übergang von Taiga und Steppe. Die Hänge tragen Nadelwald, in den Becken und im Tal der Selenga breiten sich Steppen aus. Im Norden ist der Boden fast überall dauerhaft gefroren; der Permafrost reicht dort nach Angaben der Republik bis 500 oder 600 Meter tief. Das Klima ist ausgeprägt kontinental: Der Januar ist im Mittel 20 bis 30 Grad kalt, im Sommer liegt das Mittel bei rund 18 °C, im Jahr fallen durchschnittlich nur rund 244 Millimeter Niederschlag. Auf dem Gebiet der Republik fließen mehr als 30.000 Flüsse, und es gibt rund 35.000 Seen; der größte nach dem Baikal ist der Gänsesee, das Gussinoje Osero, mit knapp 165 Quadratkilometern.

Wer lebt in Burjatien?
Bei der Volkszählung 2021 hatte Burjatien 978.588 Einwohner. Russen stellen die Mehrheit, die Burjaten, das Titularvolk der Republik, rund ein Drittel der Einwohner mit Angabe zur Nationalität. Rund 59 Prozent der Menschen leben in Städten und Siedlungen städtischen Typs, mehr als 44 Prozent allein in Ulan-Ude. Weite Teile des Nordens und der Gebirge sind fast menschenleer; im Mittel kommen auf einen Quadratkilometer weniger als drei Einwohner.
| Nationalität (Zensus 2021) | Personen | Anteil an allen mit Angabe |
|---|---|---|
| Russen | 581.764 | 64,0 % |
| Burjaten | 295.273 | 32,5 % |
| Sojoten | 4.316 | 0,5 % |
| Tataren | 4.035 | 0,4 % |
| Ewenken | 2.995 | 0,3 % |
| Ukrainer | 2.007 | 0,2 % |
| ohne Angabe | 68.873 | (7,0 % aller Einwohner) |
Zwei Völker sind in Russland als kleine indigene Völker anerkannt. Die Sojoten leben im Bergland des Ostsajan im Südwesten, die Ewenken, ein tungusischsprachiges Volk von Jägern und Rentierhaltern, vor allem im Norden und im Witim-Gebiet. Im Süden und Osten von Ulan-Ude leben die Nachfahren der Altgläubigen, die im 18. Jahrhundert nach Transbaikalien umgesiedelt wurden. Herkunft, Sprache und Kultur des Titularvolks beschreibt die Seite über die Burjaten.
| Stadt | Einwohner (Zensus 2021) | Lage |
|---|---|---|
| Ulan-Ude | 437.565 | Mündung der Uda in die Selenga |
| Gussinoosjorsk | 24.451 | am Gänsesee, südwestlich von Ulan-Ude |
| Sewerobaikalsk | 24.233 | Nordufer des Baikalsees, an der BAM |
| Kjachta | 17.877 | an der Grenze zur Mongolei |
| Sakamensk | 11.365 | im Südwesten, nahe der mongolischen Grenze |
| Babuschkin | 4.368 | Südufer des Baikalsees |
Ulan-Ude überragt alle anderen Orte bei weitem. Die übrigen fünf Städte haben zusammen nicht einmal 85.000 Einwohner, von ihnen liegen nur Sewerobaikalsk und Babuschkin am See. Wie die Hauptstadt entstand und was sie heute prägt, beschreibt die Seite über Ulan-Ude.

Wie entstand die Republik?
Die heutige Republik geht auf die Burjat-Mongolische ASSR zurück, die am 30. Mai 1923 innerhalb Sowjetrusslands gebildet wurde; dieses Datum gilt als Gründungstag Burjatiens. Hauptstadt wurde Werchneudinsk, das 1934 in Ulan-Ude umbenannt wurde. Am 26. September 1937 wurden die Bezirke um Ust-Orda und Aga abgetrennt und den Nachbarregionen zugeordnet, 1958 erhielt die Republik den Namen Burjatische ASSR.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1923 | Burjat-Mongolische ASSR, Hauptstadt Werchneudinsk |
| 1934 | Werchneudinsk wird Ulan-Ude |
| 1937 | Abtrennung der Bezirke Ust-Orda und Aga |
| 1958 | Umbenennung in Burjatische ASSR |
| 1990 | Erklärung über die staatliche Souveränität |
| 1992 | Name Republik Burjatien |
| 1994 | Verfassung der Republik |
| 2018 | Wechsel in den Föderationskreis Ferner Osten |
Am 8. Oktober 1990 erklärte der Oberste Sowjet die staatliche Souveränität der Burjatischen SSR, 1992 nahm sie den Namen Republik Burjatien an, und am 22. Februar 1994 wurde die heutige Verfassung angenommen. Burjatisch und Russisch sind Staatssprachen. Seit dem 3. November 2018 gehört Burjatien nicht mehr zum Föderationskreis Sibirien, sondern zum Föderationskreis Ferner Osten, während die Oblast Irkutsk am Westufer im Föderationskreis Sibirien verblieb.
Wovon lebt Burjatien, und wie ist es erschlossen?
Burjatien lebt von Bergbau, Industrie in der Hauptstadt, Landwirtschaft, Verkehr und Tourismus. Der Untergrund ist reich: Nach Angaben der Republik sind mehr als 700 Lagerstätten erkundet, darunter 247 Goldvorkommen, 13 Uranlagerstätten sowie Vorkommen von Wolfram, Molybdän, Blei, Zink, Flussspat, Kohle und Nephrit. Burjatien besitzt demnach 48 Prozent der russischen Bilanzvorräte an Zink und 24 Prozent an Blei. Gefördert werden vor allem Gold, Kohle im Tagebau Tugnui und Uran in der Lagerstätte Chiagda im Bauntowski-Rajon.
Wichtigster Industriestandort ist Ulan-Ude mit dem Flugzeugwerk, das vor allem Hubschrauber baut, und dem Lokomotiv- und Waggonreparaturwerk. Auf dem Land prägen Viehzucht mit Rindern, Schafen und Pferden sowie Getreidebau in den Becken die Wirtschaft. Am See spielen Fischerei und der Fremdenverkehr eine Rolle, besonders an den Badestränden des Ostufers und an den Thermalquellen.
Erschlossen wird die Republik vor allem durch die Bahn. Die Transsibirische Eisenbahn folgt dem Südufer des Sees und dem Tal der Selenga, Ulan-Ude ist ihr wichtigster Knoten in Transbaikalien. Hier zweigt die Strecke über Nauschki in die Mongolei und weiter nach China ab. Durch den Norden führt die Baikal-Amur-Magistrale mit Sewerobaikalsk und Taksimo. Insgesamt hat Burjatien rund 2.000 Kilometer Eisenbahn. Die Fernstraße R258 verbindet Irkutsk, Ulan-Ude und Tschita, die A340 führt nach Süden zur Grenze bei Kjachta.
Welche Uferabschnitte gehören zu Burjatien?
Am Baikalsee hat Burjatien Anteil mit vier Rajons und dem Stadtkreis Sewerobaikalsk. Ihre Einwohner leben zum großen Teil in einem schmalen Streifen am See und in den Flusstälern, das Hinterland reicht aber weit in die Gebirge.
| Rajon | Einwohner 2021 | Uferabschnitt | Orte am Ufer (Auswahl) |
|---|---|---|---|
| Kabanski | 51.780 | Südostufer mit dem Selenga-Delta | Wydrino, Babuschkin, Possolskoje |
| Pribaikalski | 24.217 | mittleres Ostufer | Turka, Gorjatschinsk |
| Bargusinski | 20.250 | Bargusin-Bucht, Swjatoi Nos, Tschiwyrkui-Bucht | Ust-Bargusin, Maximicha |
| Sewero-Baikalski | 10.717 | Nordteil des Sees | Nischneangarsk |
| Stadtkreis Sewerobaikalsk | 24.233 | Nordwestufer | Sewerobaikalsk |
Im Süden reicht der Kabanski-Rajon vom Fluss Sneschnaja über die Kleinstadt Babuschkin bis zum Delta der Selenga, des wichtigsten Zuflusses, und weiter bis Possolskoje mit seinem Kloster. Nördlich davon liegt am mittleren Ostufer der Pribaikalski-Rajon mit Turka und dem Kurort Gorjatschinsk. Der Bargusinski-Rajon umfasst die Bargusin-Bucht mit der Siedlung Ust-Bargusin, die große Halbinsel Swjatoi Nos und die Tschiwyrkui-Bucht; vor seiner Küste liegen die Uschkani-Inseln. Weiter nördlich schließt sich am Ostufer das Bargusin-Reservat an, das älteste Schutzgebiet Russlands.
Der Norden des Sees mit dem Nordwest- und dem Nordostufer gehört zum Sewero-Baikalski-Rajon mit dem Hauptort Nischneangarsk und zur Stadt Sewerobaikalsk, die in den 1970er-Jahren mit der Baikal-Amur-Magistrale entstand. Von hier aus zieht sich die Grenze zur Oblast Irkutsk über die Wasserfläche nach Süden. So kommt es, dass die Insel Olchon gegenüber dem burjatischen Ostufer zur Oblast Irkutsk gehört, während das gegenüberliegende Swjatoi Nos burjatisch ist.
Häufige Fragen zur Republik Burjatien
Ist Burjatien ein eigener Staat?
Nein. Burjatien ist eine Republik innerhalb der Russischen Föderation, eines ihrer Föderationssubjekte. Es hat eine eigene Verfassung, ein Parlament und zwei Staatssprachen, untersteht aber dem russischen Recht.
Wie viele Einwohner hat Burjatien?
Bei der Volkszählung 2021 waren es 978.588. Davon lebten 437.565 in Ulan-Ude und rund 578.500 in Städten und städtischen Siedlungen insgesamt. Burjaten stellen rund ein Drittel der Einwohner mit Angabe zur Nationalität.
Gehört der Baikalsee zu Burjatien?
Zum Teil. Der See gehört dem russischen Staat und ist zwischen Burjatien und der Oblast Irkutsk aufgeteilt. Burjatien umfasst das Süd-, Ost- und Nordufer mit rund 60 Prozent der Uferlinie, die Oblast Irkutsk das Westufer und Olchon.
Welche Städte gibt es in Burjatien?
Burjatien hat sechs Städte: Ulan-Ude, Gussinoosjorsk, Sewerobaikalsk, Kjachta, Sakamensk und Babuschkin. Außer der Hauptstadt hat keine von ihnen mehr als 25.000 Einwohner.
Quellen: Regierung der Republik Burjatien: Kurzinformation zur Republik; Regierung der Republik Burjatien: Geografie und Klima; Regierung der Republik Burjatien: Bodenschätze; Rosstat: Volkszählung 2021, Band 5, Tabelle 1 – Nationalitäten (Archivkopie); Rosstat: Volkszählung 2021, Einwohner der Gemeinden (Archivkopie); ergänzend Wikipedia (ru): Бурятия. Stand: Oktober 2026.
